Glaube und Kirche entsteht, wo Gottes Wort gehört wird von einer Gemeinschaft an Menschen.
„Wie sollen sie aber hören ohne Prediger?“ (Röm 10,14). Lokales geistliches Leben wird an verschiedenen Orten durch elementare Gottesdienstmodelle eingeübt und erprobt.
Hier stellen wir einige davon vor.
Kirche für dich – Evangelische Pfarrgemeinde Bad Hall
Die Pfarrgemeinde Bad Hall hat derzeit etwas mehr als 500 Mitglieder, die Pfarrstelle war seit mehreren Jahren unbesetzt. Nach dem oberösterreichischen Stellenverteilungskonzept wird der Gemeinde in Zukunft keine Pfarrstelle mehr zugeordnet werden. Gemeinsam mit der diözesanen Leitung hat die Gemeinde entschieden, sich auf einen neuen Weg einzulassen und sich zu einer „Ehrenamtsgemeinde“ (mündige Gemeinde/selbständig-begleitete Gemeinde) zu entwickeln.
Dabei wird auch ein neues Gottesdienstformat erprobt,
die „Kirche für dich“.
Dieser wird mit der Agende „Gottesdienst findet statt“ gefeiert, siehe unten.


Gemeinde feiert Gottesdienst – Evangelische Kirche in der Pfalz
„Einfach feiern – statt aufgeben.“
Wie kann Gottesdienst gestaltet werden auch ohne Pfarrerin oder Lektor?
Die Ev. Kirche in der Pfalz hat hier Ideen zusammengetragen.

Agende „Gottesdienst findet statt“ – Evangelischer Kirchenkreis Oderland-Spree
Die Lektorenarbeit in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz hat auf dieser Homepage viele hilfreiche Materialien und Links aufgeführt.
Dort findet sich auch die Agende „Gottesdienst findet statt“. Diese wurde von Jens Peter Erichsen entwickelt und wird von ihm vertrieben. Er schreibt dazu:
„Gedacht sind diese Agenden für Gottesdienst-Situationen, in denen kein Pfarrer, keine Pfarrerin, keine Prädikanten, keine Lektoren oder andere, die einen Gottesdienst verantwortlich leiten können, vor Ort sind und trotzdem Gottesdienst gefeiert werden soll (und kann).
Wenn Gottesdienst-Teilnehmende (z. B. durch die Pfarrerin, den Pfarrer) in den Gebrauch und die Möglichkeiten dieser Agende eingeführt sind, können auch in kleinen Gruppen Gottesdienste gefeiert werden: Gottesdienst findet statt!
Dabei bekommt jede/jeder ein Heft in die Hand. In zwei Gruppen wird dann der Gottesdienst als Lese-Gottesdienst gestaltet, wobei auch kommunikative Phasen vorgesehen sind. Schon ab etwa vier bis sechs Gottesdienst-Teilnehmenden „funktioniert“ dieser Ansatz gut.
Bei der Gestaltung der Gottesdienste mit dieser Agende wird die Gemeinde besonders als fürbittende Gemeinde angesprochen. Die Anwesenden als „Fachleute“ für die Situationen der Menschen vor Ort bekommen hier eine wesentliche Aufgabe.
Durch die Art, mit dieser Agende zu arbeiten, wird Gottesdienst anschlussfähig. Teilnehmende müssen lediglich lesen können. Sie können „nichts falsch“ machen. Gottesdienste mit dieser Agende eignen sich so auch in missionarischer Situation.
Selbstverständlich können diese Agenden auch im Gebrauch abgewandelt, auf andere Situationen angewandt oder als „Steinbruch“ für eigene gottesdienstliche Gestaltungen verwendet werden.“


Andachten als Gottesdienste ohne Pfarrerin oder Lektor – Evang.-luth. Kirchengemeinde Neunburg vor dem Wald, Bayern
Gerhard Beck, Pfarrer in Neunburg vor dem Wald hat sich gefragt:
Es wird immer weniger Pfarrerinnen und Pfarrer, Lektorinnen und Lektoren und andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geben, die ausgebildet sind, Gottesdienste zu feiern. Der demographische Wandel führt dazu, dass die heute Aktiven immer älter werden und in den nächsten Jahren aus dem Dienst ausscheiden. Gleichzeitig werden die Kirchengemeinden immer größer.
Wie mit dieser Situation umgehen? Auf Gottesdienste verzichten? Oder einfach mehr Menschen ausbilden?
Er hat dann Andachten entwickelt, die sich mit wenig Aufwand feiern lassen und hier veröffentlicht.
Als Beispiel die Andacht für die (Vor-) Passionszeit: