Pistenschitour mit Gelände-Finale

Die Riesner Krispn ist der Berg, auf dem das kleine, feine Schigebiet Riesneralm liegt. Die Seilbahnen
enden gut 100 Höhenmeter unter dem Gipfel. Rundherum gäbe es – bei passender Schneelage – einige
verlockende Tourenberge…

960 Hm. 4 ½ H rauf und runter und mit Pause.

Ausgangspunkt: Parkplatz des Kinder-Liftes in Donnersbachwald.

13. April 2026

Das Große Bärneck im Mörsbachtal ist ein Schitourenklassiker. Es steht schon lange auf meiner Liste. Ich
hatte im Tourenforum gelesen, dass man es derzeit über die nicht mehr im Betrieb seienden Pisten vom
Auto weg mit Schiern besteigen kann. Das Wetter sollte laut Vorhersage aushalten, also: Fahr‘ ma hin!

„Wir sind die einzigen Verrückten“, sagt die beste Ehefrau von allen, als sie den leeren Parkplatz sieht.
Der Schnee des Kinder-Liftes „Tellerblitz“ reicht tatsächlich noch bis zu uns herunter. Wir gehen da rauf,
und oben nach rechts, die „Panorama-Talabfahrt“ hinauf. Ein-, zweimal ist schon richtig wenig Schnee,
aber wir kommen ohne Schitragen durch – und je weiter hinauf wir kommen, desto komfortabler wird
die Schneeunterlage.

Nach 500 Höhenmetern erreichen wir die Oxen-Alm, geschlossen natürlich. Freundlicherweise sind ein
paar Bänke stehen geblieben, die wir für unsere Jausenzeit nützen.

Hier müssen wir uns entscheiden: Rechts hinüber, die Piste verlassend, ins Mörsbachtal und auf das
Bärneck, oder doch lieber die kleine Lösung: weiter die Piste hinauf, und von der Bergstation auf den
Gipfel der Riesner Krispn.

Nach einigem Hin und Her wird es … die kleine Variante. Das Wetter ist nicht wirklich einladend, der
Schnee abseits der Piste ist stumpf und faulig, keine erkennbaren Spuren vor uns: der Gedanke daran,
jetzt 600 Höhenmeter im Sumpfschnee hinauf zu spuren, begeistert mich auch nicht.

Als es weiter oben richtig grauslich zu blasen und zu regnen / schneeregnen beginnt, wissen wir: es war
die richtige Entscheidung! Als wir etwas zerzaust bei der Bergstation ankommen, steht kurz sogar in
Frage, ob wir noch auf die Krispn weitergehen. „Krispn“ bedeutet laut Google: Gipfel oder Spitz.
Tatsächlich ist Crispus ein lateinischer Name, und bedeutet: Lockenkopf, Kraushaar. (Gut, der Kopf ist
meistens oben, also an der Spitze, und so wird die Google-Erklärung plausibler). Die berühmtesten
Träger dieses Namens waren Krispin und sein Bruder Krispinian. Sie wurden im 3. Jahrhundert zu
Märtyrern, weil sie trotz Folter nicht von ihrem christlichen Glauben lassen wollten.

Wir wollten trotz Regens und Sturms nicht von unserem kleinen Gipfelziel, der Riesner Krispn lassen.
Natürlich machen wir das! Da ist es kurz mal richtig steil, wir brauchen ein paar Spitzkehren, aber bald
sind wir oben. Die letzten Meter sind aper – wir gehen zu Fuß zum Gipfelkreuz.

Ausblick gibt’s heute kaum, gemütlich ist es auch nicht, so verlegen wir die Gipfeljause auf die begehbare
Terrasse der Schi-Hütte bei der Bergstation. Dort ist es zwar windgeschützt, aber ein Genuss sieht auch
anders aus…

Ein Genuss ist die Abfahrt auf feinstem Pisten-Firn. Das schmiert und fühlt sich gut an!

Bei der Abfahrt treffen wir noch drei Tourengeher im Aufstieg. Tschechen, wie sich anhand des
Nummernschildes des anderen Autos am Parkplatz herausstellt. Also sind wir doch nicht die einzigen
Verrückten.

Hast du keine Angst? – Doch.

Gamsplan, 1902 m – Bergtour

1420 Hm, 9 h

Ausgangspunkt: Parkplatz beim Jagdhaus Rettenbach in Rading bei Windischgarsten.

Die Gamsplan ist die zweithöchste Erhebung des Sengsengebirges, und der einzige Gipfel dieses Bergzuges, den ich noch nicht bestiegen hatte.

14. Juni 2025

Weil es heiß werden sollte, brechen wir früh auf. Um 5 Uhr los von zuhause, um 6.15 Uhr Einstieg in den Budergrabensteig Richtung Hohe Nock.

Der Stieg ist uns bekannt – aber wir hatten vergessen, wie schön es da ist, und wie fein der Weg angelegt ist. Das ist Genusswandern in der Morgenfrühe! Es geht – für unsere Verhältnisse – zügig voran, und nach nicht ganz 3 Stunden und 1180 Hm sind wir schon bei der Abzweigung nach rechts auf den nicht markierten Gipfelsteig zu unserem Ziel. Noch 20 Minuten dem Steiglein nach: es führt dicht an die Nordabbrüche heran, ist durch die Latschen hindurch kürzlich erst nachgeschnitten worden, und bringt uns auf den Gipfel der Gamsplan, mit Kreuz und Gipfelbuch. Knapp 3 ½ Stunden sind vergangen, und 1300 Hm geschafft. Eigentlich könnten wir zufrieden sein, Gipfelfotos machen und zu Mittag wieder beim Auto sein…

Ich hatte allerdings daheim in der OSM-Karte am PC einen Steig gesehen, der uns den Kamm entlang nach Osten führen würde, nach dem Giereranger dann nach Süden hinunter zum Rosskopfsattel, und dann zurück nach Westen, und über den Obersbergsteig hinunter zum Auto. Ganz genau hatte ich es mir fatalerweise nicht angesehen, aber: wenn wir jetzt das Steiglein finden, dann machen wir doch diesen kleinen Umweg. Gabi ist dagegen, willigt aber ein – schließlich ist der gleiche Weg zurück langweilig und der Weg zu Beginn deutlich sichtbar.

Los geht’s!

Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Es war eine 5 ½ stündige Wegsucherei und Schinderei in der Bruthitze des Latschenurwaldes! Nur zu empfehlen, wenn man eine gewisse Leidensfähigkeit mitbringt.

Zunächst am Kamm nach Osten: das fühlt sich noch schön an, hie und da suchen wir ein bisschen rum, aber immer wieder gibt es ausgeschnittene Abschnitte, und Steinmännchen. Allerdings: es zieht sich gewaltig, immer noch und immer noch und immer noch geht’s weiter nach Osten. Nach Süden runter – keine Chance! Gefühlt müssten wir längst bei der Abzweigung hinunter nach rechts sein. Wir machen Pause. Ich schau auf der AV-Karte auf m Handy nach. Interessanterweise ist da der Weg, den ich zuhause am PC gesehen hatte, nur teilweise eingezeichnet. Konkret: Eine „Abzweigung“ gibt es nicht. Es gibt von unserem Steiglein weg eine Art Felsrinne, und wo die endet, beginnt ein anderer Steig. Ich identifiziere diese Felsrinne als ausgetrocknetes Bachbett. Das finden wir, kraxeln da runter – und siehe da: tatsächlich ist da wieder ein Weglein, fein ausgeschnitten und relativ gut sichtbar. Wir folgen ihm, wohl wissend, dass es – auf der Handy-Karte – im Nichts endet. Bei diesem ‚Nichts‘ beginnt das Durchschlagen auf einen Steig 120 Hm weiter unten, den wir auf dem Rosskopfsattel erreichen wollen. Wir schaffen das, allerdings 30 Hm unterhalb des Sattels. Also rauf da, und dann diesen neuen Pfad weiter Richtung Westen. Inzwischen sind wir beide schon a bissl leer. Immerhin gibt’s den Steig.

Dann kommt nochmal eine kleine Gegensteigung, die uns die letzten Kräfte raubt – und dann sind wir auf dem Obersbergsteig. Gerettet. Ihr Lieben: Das ist kein Steig, das ist ein Zustand! Oft nicht zu finden, sausteil, Abbrüche und Schräggänge ohne Ende, keine festen Tritte, jeder Schritt ein Abenteuer. Zu allem dazu bricht mir in diesem Moment einer meiner beiden Stöcke. Einmal, wo ich ihn wirklich gebraucht hätte. Na gut, er war ja wirklich schon auf vielen Bergen. Wir schleppen und stolpern uns mehr zum Auto als wir gehen. Aber: Nach 9 h unterwegs, 8.23 h reine Gehzeit sind wir wieder da.

Ich steige in den eiskalten Bach, um mich zu erfrischen. Um halb vier verlassen wir leise das Hintere Rettenbachtal.

Tier-Sichtungen: auf dem schmalen Steiglein oben am Kamm lag eine Kreuzotter, schlafend, den Kopf im Schatten. Wir wussten erst nicht, ob es sich nur um die Haut der Schlange handelt, aber ein Anstubsen mit dem Stecken hat sie ganz schön zornig werden lassen. Außerdem eine Gämse, und zwei Hirschkühe.

Ängste: habe ich. Vor den Schlangenviechern sowieso, vor dem Verirren, davor, dass mir die Kraft ausgeht und ich erschöpfungsbedingt nicht weiterkann, vor einer Verletzung. Ängste begleiten mich. Aber die Lust auf Abenteuer, auf Wege, die selten jemand geht, auf Einsamkeit und Auf-sich-selbst-gestellt-Sein, auf das spüren, dass ich an meine Grenzen komme: diese Lust auf all das ist stärker.

Noch lieber als zu wandern predige ich. Da geht es mir ähnlich. Ich habe Ängste: Dass die Stimme versagt, dass die Leute es langweilig finden, dass es nicht relevant ist, dass ich Gottes Wort und Botschaft nicht rüberbringe, dass harte biblische Aussagen nicht gut ankommen, dass … Aber die Lust auf das Abenteuer, Menschen zum Vertrauen auf den Dreieinigen Gott einzuladen ist stärker.

Nettes Steiglein, grandiose Aussicht, phantastische Hütten

Faistenauer Schafberg, 1559 m – Bergwandern

900 Hm, gut 4 h

Ausgangspunkt: Parkplatz Schafbachstraße, Keflau. 2,50 Euro Gebühr.

Der „Faisti“ ist definitiv einer meiner Lieblingsberge in der Osterhorngruppe – weshalb er hier in diesem Blog auch schon zum 2. Mal auftaucht!

10. Juni 2025

Er ist nur der kleine Bruder des „richtigen“ Schafberg, und dennoch übertrifft er ihn in mancherlei Hinsicht. Karl Eichhorn, der „Stoana Karl“, Berglegende und Presbyter aus dem Attergau hatte ihn zu seinem Trainingsberg erkoren, und ihn unzählige Male mit Bleigewichten im Rucksack erklommen.

Ich war jetzt das 18. Mal oben, dreimal davon mit Schiern (kaum lohnend – da ist die gegenüberliegende Loibersbacher Höhe die bessere Wahl). Immer wenn ich Besuch habe, bringe ich ihn auf den Faistenauer Schafberg: Mike Wind aus Florida musste rauf, Alexander Garth natürlich, und Patrick Todjeras J.

Die Aussicht und die beiden Hütten waren immer schon top, aber seit ich das kleine, unmarkierte Weglein kenne, das ich jetzt beschreiben will, ist die Tour auf den „Faisti“ einzigartig:

Man beginnt beim Bezahl-Parkplatz in der Keflau, und wandert dem markierten Weg entlang nach Süden. Allerdings nicht lange, nur bis zum großen Wasserreservoir. Davor zweigt rechts eine Forststraße ab, mit Schranken: da geht’s rüber und runter. Man verliert ein paar Höhenmeter, hält sich bei der nächsten Almweg-Verzweigung links, und wandert nun steil bergauf in ein Almgebiet. Achtung, Kühe. Nach dem Almgebäude öffnet sich die Weide, und der Weg verliert sich. Irgendwie muss man nach oben, sich eher rechts halten. Den Durchschlupf hier, über den Weidezaun und zur nächsten Forststraße habe ich noch nicht gefunden, es ist a bissl a Kampf mit dem Gehölz. Hat man die Forststraße erreicht, dann findet sich von da ein kleines, feines, gut ausgetretenes Steigerl, das den Rücken entlang nach Süden zum Gipfel führt. Erst durch den Wald an einem Rastbankerl vorbei, dann eine Almwiese querend, und schließlich steiler werdend zum höchsten Punkt hinauf. Ich liebe diesen Anstieg: Einsam, nicht schwer und immer schöne Ausblicke schenkend!

Der Gipfelblick ist ein Traum: Vom Toten Gebirge zum Dachstein, Tennen- und Hagengebirge, Hochkönigstock, die bayrischen Riesen, der Schafberg natürlich und von hinten blinzeln die schneebedeckten Dreitausender durch. Okay, diesmal war’s sehr diesig – die Waldbrände in Kanada lassen grüßen – da hab‘ ich mich mehr an den Blumenwiesen ergötzt. Unten liegen die Seen – soooo schön!

Es wird noch schöner! Gut 200 Höhenmeter abwärts – nun den markierten Wanderweg entlang – kommt man auf die Oberwiesalm und die Schafbergalm. Da stehen die Döllererhütte und die Lanz’nhütte nebeneinander. Beide einladend, beide kulinarisch großartig, beide hübsch herausgemacht und zum Verweilen einladend! Krapfen und Kaffee muss sein, alternativ Pofesen!

Weil ich voller Glückshormone war, musste ich auch noch auf die Loibersbacher Höhe rauf – damit 900 Höhenmeter zusammenkommen…

Der Abstieg folgt dem Almweg, rechts den Berg entlang bis zum Parkplatz.

Wie es sich anfühlt, der Bremser zu sein

Innere Sommerwand, 3123 m –Schitour

1000 Hm, 7 3/4 h, weil ich so langsam war (und weil mit uns 3 Seilschaften am Gipfel waren) Ausgangspunkt: Franz Senn Hütte in den Stubaier Alpen. Die Innere Sommerwand ist eine der leichteren Touren von den unzähligen, die man von der Franz Senn Hütte aus unternehmen kann.

  1. April 2025

Liebe Tourenblog-Freund*innen,

Gabi und ich hatten uns angemeldet für ein paar Schitourentage mit Bergführer Mandy Hiebl auf der Franz Senn Hütte. Wir wussten, das sind schwere Touren, eher nicht für uns geeignet, aber wir hatten nun mal nur an diesen Tagen Zeit, und: Ich mag Herausforderungen. Eigentlich.

Mandy hatte uns darauf vorbereitet: „Ihr müsst noch ein paar Touren mit 1000 oder 1200 Höhenmetern machen“, hatte er im Februar gesagt. Wenig Schnee, keine Zeit und Kränkeln haben das allerdings nicht werden lassen… Und dann hatte sich Gabi auch noch verletzt! Eine schmerzhafte Brustbein-Prellung stellte das ganze Unterfangen infrage, aber schließlich waren wir – dabei.

Beim Aufstieg zur Hütte lernten wir die anderen vier Teilnehmenden kennen. Vier ganz nette Menschen, sportlich halt.

Auf der Hütte wurde endgültig deutlich, wo wir hingeraten waren: Dort laufen alle prinzipiell mit Klettergeschirr herum, ein paar Karabiner dran, im Rucksack die Steigeisen, und außendran der Pickel. Wirkt martialisch.

Na dann – gute Nacht!

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